Irgendwo muß es Paläste geben,

drin die Fenster von Staub verschnein;

in der Säle hallenden Reihn

tauchen tote Tage hinein;

Gestalten wallen, es warnt der Schrein;

Kein lustiger Leuchterschein

Reicht in das einsame Seltsamsein...

Dorten wollen wir Feste geben-

märchenallein.

 

Rainer Maria Rilke

 

Das Projekt

Schloss Senden ist seit Jahren dem Verfall preisgegeben.

 

Die bildende Künstlerin Anke Knoke-Kahner und die Fotografin Gabriele Reimchen  ent-Schloss-en sich gemeinsam mit Sylke Maue als Assistentin, den morbiden Charakter des noch teilweise möblierten Schlosses als Kulisse zur Präsentation von Bildern der Malerin zu nutzen.

 

Für die Fotoaufnahmen musste nichts arrangiert oder künstlich hergerichtet werden.

Klavier, Notenblätter, Weinflaschen und sonstige Accessoires befanden sich bereits in den Räumen. Selbst der alte Tisch, in dessen staubige Oberfläche mit Fingern obszöne Worte geschrieben waren, wurde so vorgefunden, denn Einbrecher hatten sich mehrfach Zugang zu den Räumen verschafft.

 

Verse von Rilke, Baudelaire und Gottfried Benn begleiten die gemalten Bilder und geben etwas von der Stimmung und der Atmosphäre wieder, die wir in den alten Mauern vorfanden und die uns sofort umfangen haben.